1968 - Mimma Umeton, Tochter vom Luccheser Luigi Bertani und Elisa Umeton aus Novi Ligure, wurde 1949 in Lucca geboren, wo sie das Kunstintitut (Istituto d'Arte) besuchte. Um sie sich mit anderen künstlerischen Realitäten auseinanderzusetzen, zog sie nach Rom um. An der Akademie der Schönen Künste hatte sie die Möglichkeit, Pier Gabriele Vangelli kennenzulernen, einen Bildhauer un Wahlfranzosen und Autor der an Bartolomeo Pinelli gewidmeten wunderschönen Bronzebüste, dem sogenannten "er pittore dè Trastevere“ (Maler von Trastevere - Standort: Viale Trastevere, Fassade altes Rathauses). Als echte, geburtige Toskanerin, ging sie zusammen mit dem Meister die Vergnügen nach, die als Künstlertreffs bekannten Kneipen zu besuche und abzubilden. In dieser Zeit lernt der Ausbildung erlernte sie den Umgang mit Pastellfarben - eine oft von den Impressionisten, insbesondere vom Maler Edgar Degas, genannt "er magnifico“ (der Wunderbare) verwendete Technik.
Nicht weit von "Armando“ - die typische Kneipe, die auf den imposanten Rundbau blickt, zwischen der Kirche „San Luigi dei Francesi (Caravaggio: Der heilige Matthäus und der Engel, Das Marytium des heiligen Matthäus und die Berufung des heiligen Matthäus) und der alten französischen Buchhandlung gelegen, gab es "nà sala corse“, ein Wettbüro für Pferderennen. Am Ende des Treffens, begaben sich für gewöhnlich die Pferdeliebhaber in die Kneipe, um ein paar Gläser Wein und eine "Gazzosa“ zu trinken. Die Künstlerin hatte ihr Atelier in der Nähe, sodass sie zusammen mit ihrem kleinen Hund Leonardo gewöhnt war, bei Armando vorbeizukommen, um ein Schwätzchen zu machen. Von der zauberhaften Atmosphäre des Ortes verzückt, zeichnete sie jene Gestalten, die beschäftigt waren, Urteile und Zweifel auszudrücken, lebhafte Diskussionen zu leiten, während langsam die Leidenschaft entflammte…“sento far del mio cor dolce rapina“ (Francesco Petrarca, Il Canzoniere, CLXVII, 6). Es handelte sich um eine kurze Zeitspanne. Italien machte eine schwierige Zeit durch und wurde von inneren Spannungen erschüttert: Rebellion, Protest, Waffen, Drogen. Auf die eine oder andere Art blieb keiner davon verschont. Für die Malerin begann einer langer, dunkler und schwieriger Weg, mit vielen Nebenwirkungen: die sogenannten "Punkten“ für die Historiker. Mit der Zeit schlossen fast alle Kneipen, eine nach der anderen. Aber die Kneipe von Armando konnte zu groβer Freude der Künstlerin mit viel Mühe wiederstehen. Es wurde ein echter Generationenübergang.
Eine neue Ära war eingeläutet, und ein Stern begann zu leuchten: Varenne (1.09.1, New York, Breeders Crown, 2001) das Pferd, das eine erneute „joie de vivre“ der Künstlerin übermittelte. Damit entschied sie sich, sich erneut den Pferdrennen zu widmen. "Non sanza tema a dicer mi conduco“ (Dante Alighieri, Die Göttliche Kömodie,Hölle XXXII Gesang,Vers 6). Heutzutage findet man die Malerin inmitten ihres Atelier von Bildern umgegeben, die die Welt der Wettbüros von gestern und heute darstellen. Sie arbeitet. Und Sie arbeitet, um die Vielzahl der Leute zu beschreiben, die sich in ihrem Blick wiederkennt und die Ankunft im Bilde festhält!

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