Zu Beginn der 1970er Jahre zog ich in die Nähe von Piazza Navona, Pantheon, Campo de’ Fiori und Trastevere. Bezaubernde Orte, die der Stadt Rom ihre Gegenkultur schenkten. Via del Governo Vecchio mit "la Casa della Donna" und den lebhaften Debatten im großen Innenhof. Largo Argentina und die Radikalen, die von ihrem Radio aus über "das Gesetz zur Scheidung" argumentierten. Via dei Giubbonari mit der legendären Sektion der PCI, Enrico Berlinguer und Botteghe Oscure. Die alternativen Buchhandlungen, die überall entstanden.

Die Menschen, die auf die Plätze strömten. Das Treffen am Sonntag auf Porta Portese. Die Vorträge an der Accademia dei Lincei. Moravia, Pasolini, Dario Bellezza. Die Filmclubs an der Pudovkin. Das experimentelle Theater in den feuchten Kellern, Ionesco, Beckett, Grotowski. „Paese Sera“, das zweimal am Tag erschien. L’Espresso mit den Kritiken von Ripellino. Live-Musik im Folkstudio, Stefano Rosso, Venditti, De Gregori. Dann zahlreiche "Osterien" als literarische Cafés. Ein so magischer Moment, der sich in meine Haut, in meine Adern eingeschlichen hat.